WhatsApp-KI im Betrieb: Dürfen Mitarbeiter Meta AI nutzen, und darf Ihre Firma einen KI-Bot betreiben?
Meta AI steckt in jedem WhatsApp, auch auf dem Diensthandy. Wir haben nachgelesen, was Meta mit den Eingaben macht, ob man die Funktion abschalten kann und was Arbeitgeber regeln sollten. Dazu der Wortlaut von Abschnitt 4.7 der WhatsApp Business Solution Terms, die Wende durch die EU-Kommission und eine Stichprobe: Nur eine von zehn deutschen Anleitungen zu KI-Chatbots in WhatsApp erwähnt Metas Ausschluss allgemeiner KI-Assistenten.
Mit KI erzeugtes Bild. Mehr zur KI-TransparenzDie kurze Antwort zuerst. Ob Ihre Mitarbeiter Meta AI in WhatsApp dienstlich nutzen dürfen, entscheiden Sie, nicht Meta und nicht die Mitarbeiter. Meta schreibt selbst, dass es Eingaben an Meta AI verwenden kann, um seine KI zu verbessern. Kundendaten haben dort deshalb nichts zu suchen. Abschalten lässt sich Meta AI nach allem, was wir an Primärquellen finden konnten, nicht vollständig; für einzelne Chats und Gruppen lässt es sich aber sperren.
Für Firmen, die selbst einen KI-Bot in WhatsApp Business betreiben wollen, ist die Lage anders, als viele Anleitungen sie beschreiben, nämlich in beide Richtungen. Meta hat allgemeine KI-Assistenten auf der Business-Plattform ausgeschlossen. Ein Bot, der Fragen zu Ihren eigenen Produkten beantwortet, fällt nach dem Wortlaut nicht darunter. Und im Europäischen Wirtschaftsraum hat die EU-Kommission den Ausschluss vorläufig ausgehebelt.
Wir trennen beide Fragen sauber. Am Ende steht unsere eigene Stichprobe: zehn deutschsprachige Anleitungen zu KI-Chatbots in WhatsApp, nachgezählt am 26. September 2026.
Die Übersicht
| Frage | Kurze Antwort |
|---|---|
| Liest Meta AI die Chats mit? | Laut Meta nur Nachrichten, die @Meta AI erwähnen oder die jemand mit Meta AI teilt. |
| Was passiert mit Eingaben an Meta AI? | Meta kann sie zur Verbesserung seiner KI nutzen. Einen Widerspruch dagegen sieht Meta laut HmbBfDI nicht vor. |
| Lässt sich Meta AI abschalten? | Vollständig nicht (BfDI, Stand April 2025). Je Chat oder Gruppe sperrbar über „Erweiterter Chat-Datenschutz“. |
| Dürfen Mitarbeiter es dienstlich nutzen? | Wenn Sie es erlauben. Regeln Sie es schriftlich, sonst regelt es jeder selbst. |
| Eigener KI-Bot in WhatsApp Business? | Aufgabenbezogene Bots fallen nach dem Wortlaut von 4.7 nicht unter den Ausschluss. Die Einstufung behält sich Meta vor. |
| Allgemeine KI-Assistenten? | Seit 15.01.2026 laut Meta ausgeschlossen, im EWR durch Beschluss der EU-Kommission vorläufig wieder zugelassen. |
Teil 1: Mitarbeiter nutzen Meta AI in WhatsApp
Was Meta über die Daten sagt
Meta AI ist in Deutschland seit Ende März 2025 in WhatsApp eingebaut, so die Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) in ihren häufigen Fragen zu Meta AI. Wer den blauen Kreis antippt oder in einer Gruppe „@Meta AI“ schreibt, schickt seine Nachricht an Meta.
Die WhatsApp-Hilfe beschreibt, was dann passiert. Meta erhält die Eingaben, die geteilten Nachrichten und die Rückmeldungen. Wörtlich: „Meta may use your prompts, the messages you share, and feedback to improve AI quality.“ In einem anderen Hilfeartikel ist WhatsApp noch deutlicher: „What you send to Meta may be used to provide you with accurate responses or to improve Meta’s AI models, so don’t send messages to Meta with information you don’t want it to know.“
Die andere Hälfte gehört dazu. Laut Meta kann es nur Nachrichten lesen, die @Meta AI erwähnen oder die jemand bewusst mit Meta AI teilt. Die übrigen Chats bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Die BfDI kommt zum selben Stand: Meta AI lese nach aktuellem Kenntnisstand keine Chats zwischen Nutzern mit.
Für den Betrieb heißt das: Das Risiko liegt nicht im stillen Mitlesen, sondern in dem, was jemand aktiv hineinkopiert. Eine Kundenbeschwerde, die ein Mitarbeiter an Meta AI weiterleitet, „damit die KI eine freundliche Antwort formuliert“, liegt danach bei Meta.
Widerspruch gegen das Training? Nicht für Chats mit der KI
Viele erinnern sich an den Widerspruch gegen Metas KI-Training im Mai 2025. Der betraf öffentliche Beiträge auf Facebook und Instagram. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) schreibt dazu ausdrücklich: „Interaktionen der Nutzenden mit den Chatbots werden laut Meta ebenfalls zum KI-Training verwendet. Ein Widerspruch dagegen ist nicht vorgesehen.“
Was es gibt, ist Löschen. Laut WhatsApp-Hilfe löscht der Befehl /reset-ai im
Chat mit Meta AI Metas Kopie der Nachrichten und Informationen dieses Chats,
/reset-all-ais die aller Chats mit Meta AI. Ob bereits erfolgtes Training
dadurch rückgängig gemacht wird, sagt der Artikel nicht. Der HmbBfDI schreibt
zum Training allgemein, dass Trainingsdaten nach heutigem Stand der Technik nicht
mehr aus einem Modell entfernt werden können.
Lässt sich Meta AI abschalten?
Vollständig nicht, nach allem, was wir an Primärquellen finden konnten. Die BfDI schreibt (Stand April 2025): „Eine vollständige Deaktivierung von Meta AI ist derzeit nicht möglich.“ Einen Hilfeartikel von WhatsApp, der einen solchen Schalter beschreibt, haben wir am 26.09.2026 nicht gefunden. In Medienberichten ist von einer Einstellung die Rede, die nur den Knopf ausblendet; an einer Meta-Quelle bestätigen konnten wir sie nicht.
Was es gibt und was für Firmen nützlich ist: „Erweiterter Chat-Datenschutz“ (englisch „Advanced chat privacy“). Ist die Einstellung in einem Chat an, können die Teilnehmer dort laut WhatsApp-Hilfe Meta AI keine Fragen stellen und keine Zusammenfassungen erzeugen lassen; außerdem lässt sich der Chat nicht exportieren. In Gruppen schalten das die Admins ein, in Einzelchats jeder der beiden Teilnehmer. Für die Teamgruppe auf den Diensthandys ist das eine Einstellung von einer Minute.
Was Sie als Arbeitgeber in der Hand haben
Das Weisungsrecht. Nach § 106 GewO kann der Arbeitgeber „Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen“, ausdrücklich auch „hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb“, soweit Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder Gesetz nichts anderes festlegen. Ob und wofür KI-Werkzeuge im Dienst genutzt werden, können Sie also regeln.
Die Aufsicht rät genau dazu. Die Checkliste des HmbBfDI zum Einsatz von LLM-Chatbots beginnt mit klaren, dokumentierten internen Weisungen und warnt: Wer keine Regeln vorgibt, „kann davon ausgehen, dass sich Beschäftigte […] eigenmächtig und unkontrolliert der neuartigen Hilfsmittel bedienen. Unter Umständen haftet für diese Handlungen die arbeitgebende Einrichtung.“ Punkt 5 der Checkliste ist für Meta AI der entscheidende: „Wenn sich der Anbieter eines Chatbots in den Geschäftsbedingungen eine Verwendung für eigene Zwecke einräumen lässt, dürfen keine personenbezogenen Daten an die KI übermittelt werden.“ Das schließt ausdrücklich Daten von Kunden, Geschäftspartnern und eigenen Beschäftigten ein. Die BfDI rät ebenfalls, keine personenbezogenen Daten in Anfragen an Meta AI zu schreiben.
Die KI-Verordnung. Art. 4 der KI-Verordnung gilt seit dem Digital Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744) in dieser Fassung: „Die Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals […] zu unterstützen“. Ein bestimmtes Niveau müssen sie nicht garantieren. Betreiber ist, wer ein KI-System „in eigener Verantwortung verwendet“, außer bei rein persönlicher, nicht beruflicher Nutzung (Art. 3 Nr. 4). Erlauben Sie Meta AI für dienstliche Zwecke, spricht viel dafür, dass Sie Betreiber sind. Ob das auch gilt, wenn Mitarbeiter es ohne Erlaubnis nutzen, ist nach unserem Kenntnisstand nicht geklärt. Eine kurze Schulung und eine schriftliche Regel sind in beiden Fällen die einfachste Maßnahme im Sinne von Art. 4. Mehr dazu in unserem Beitrag zur AI-Policy nach Art. 4.
Das Muster kennen Sie vielleicht aus unserem Beitrag zur Schatten-KI: Verbote allein halten selten. Bei WhatsApp kommt hinzu, dass die KI nicht einmal installiert werden muss. Sie ist schon da.
Teil 2: Ihre Firma will einen KI-Bot in WhatsApp Business
Abschnitt 4.7 im Wortlaut
Wer WhatsApp über die Business-Plattform (die API) anbindet, akzeptiert die WhatsApp Business Solution Terms. Abschnitt 4.7 heißt „AI Providers“. Der Kern im Original (Fassung „Last Modified: September 23, 2026“):
Providers and developers of artificial intelligence or machine learning technologies, including but not limited to large language models, generative artificial intelligence platforms, general-purpose artificial intelligence assistants, or similar technologies as determined by Meta in its sole discretion („AI Providers“), are strictly prohibited from accessing or using the WhatsApp Business Platform, whether directly or indirectly, for the purposes of providing, delivering, offering, selling, or otherwise making available such technologies when such technologies are the primary (rather than incidental or ancillary) functionality being made available for use, as determined by Meta in its sole discretion; provided, however, that such technologies may be made available to businesses in certain countries as set forth here.
Sinngemäß übersetzt: KI-Anbietern ist verboten, die Plattform zu nutzen, um KI anzubieten, wenn die KI die Hauptfunktion ist und nicht nur beiläufig oder unterstützend. Beide Einstufungen trifft Meta nach eigenem Ermessen. Das „here“ am Ende verlinkt auf Metas Entwicklerseite zu KI-Anbietern, auf der die Länder stehen, in denen Meta rechtlich verpflichtet ist, solche Anbieter zuzulassen.
Der zweite Teil von 4.7 wird oft übersehen. Sie dürfen einen KI-Anbieter als Dienstleister beauftragen. Dann dürfen WhatsApp-Daten aber nicht verwendet werden, um KI-Modelle zu entwickeln, zu trainieren oder zu verbessern, auch nicht in anonymisierter, aggregierter oder abgeleiteter Form. Ausnahme: Feinabstimmung eines Modells, das ausschließlich Ihnen dient, solange dadurch kein anderes Modell besser wird.
Was darunter fällt und was nach dem Wortlaut nicht
Ein allgemeiner Assistent, den ein KI-Anbieter über WhatsApp anbietet, ist genau der Fall, den 4.7 beschreibt. Meta nennt als Stichtag den 15. Januar 2026.
Ein Bot, der Kunden Öffnungszeiten, Lieferstatus oder Fragen zu Ihrem Sortiment beantwortet, ist etwas anderes. Die KI ist dort Mittel zum Zweck, das Angebot ist Ihr Kundenservice. Nach dem Wortlaut fällt das nicht unter den Ausschluss. „Aufgabenbezogene Bots sind erlaubt“ steht so allerdings nirgends bei Meta, und Meta behält sich die Einstufung zweimal ausdrücklich vor. Wir würden uns darauf verlassen, aber nicht darauf wetten, dass ein Bot, der auf jede beliebige Frage antwortet, noch als Kundenservice durchgeht.
Die Wende: Die EU-Kommission hat den Ausschluss vorläufig ausgehebelt
Hier sind die meisten Darstellungen stehen geblieben. Die EU-Kommission hat im Juni 2026 einstweilige Maßnahmen gegen Meta verhängt (Sache AT.41034). Laut Pressemitteilung muss Meta „den Zugang von allgemeinen KI-Assistenten Dritter zur Programmierschnittstelle von WhatsApp for Business zu denselben Bedingungen wie vor dem 15. Oktober 2025 wiederherstellen“, als dieser Zugang kostenlos war, und zwar bis zu einem abschließenden Beschluss.
Die Vorgeschichte in Kürze, ebenfalls nach der Kommission: Am 15. Oktober 2025 führte Meta die Sperre ein. Ab dem 4. März 2026 ließ Meta allgemeine KI-Assistenten wieder zu, verlangte aber eine Gebühr, die nach vorläufiger Einschätzung der Kommission auf ein Zugangsverbot hinauslief. Metas eigene Entwicklerseite nennt für Deutschland und die übrigen EWR-Länder Gebühren vom 11. März bis 12. Mai 2026 und keine Gebühr mehr ab dem 13. Mai. OpenAI schreibt inzwischen in seinem Hilfe-Center: „ChatGPT is available again on WhatsApp in the European Economic Area (EEA).“
Für einen deutschen Betrieb heißt das zweierlei. Erstens gilt die Öffnung nur vorläufig; das Verfahren läuft, eine Frist dafür gibt es nicht. Zweitens betrifft der Beschluss den Zugang. Ob er auch den zweiten Teil von 4.7 berührt, also das Trainingsverbot, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Wir behandeln das Trainingsverbot deshalb als geltend.
Metas eigener KI-Agent ist ein dritter Weg, mit eigener Datenlage
In der WhatsApp-Business-App bietet Meta in ausgewählten Ländern den „Meta Business Agent“ an, einen KI-Agenten, der Kundenfragen für Sie beantwortet. Die WhatsApp-Hilfe sagt dazu klar: Nachrichten in Chats mit verbundenem Agenten werden von Meta gesammelt, um die KI von Meta zu verbessern, „even when you mute Meta Business Agent“. Ihre Kunden sehen den Hinweis „AI from Meta receives chats to improve AI quality and generate messages for this business“. Wer diesen Weg wählt, gibt die Kundengespräche also auch für Metas eigene Zwecke frei. Ob Meta dann noch sauber als Ihr Auftragsverarbeiter gelten kann, sollten Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten klären.
Unsere Stichprobe: Was deutsche Anleitungen dazu sagen
Wir wollten wissen, ob man die Lage aus den Anleitungen erfährt, die ein Betrieb findet, wenn er einen KI-Bot für WhatsApp sucht.
Methode. Am 26. September 2026 haben wir mit den Suchbegriffen „WhatsApp KI Chatbot Anleitung“ und „ChatGPT in WhatsApp Business einbinden“ gesucht und, weil der zweite Begriff überwiegend englische Treffer brachte, ergänzend „ChatGPT mit WhatsApp Business verbinden Anleitung deutsch“ und zwei ähnliche Varianten. Gezählt haben wir die ersten zehn Treffer in Trefferreihenfolge, die tatsächlich auf Deutsch ausgeliefert wurden und eine Anleitung oder ein Ratgeber sind. Nicht gezählt: Seiten, die trotz deutscher Überschrift im Suchergebnis auf Englisch ausgeliefert wurden, Videos, Lexikonartikel, Nachrichtenmeldungen, eine Produktseite und eine Seite, die nicht mehr existierte. Den Text jeder der zehn Seiten haben wir gelesen und zusätzlich nach Stichworten wie „Januar“, „Drittanbieter“, „Kommission“ und „Training“ durchsucht.
Ergebnis.
| Befund | Seiten |
|---|---|
| erwähnen Metas Ausschluss allgemeiner KI-Assistenten | 1 von 10 |
| nennen dabei den 15. Januar 2026 | 0 von 10 |
| erwähnen die Wiederöffnung durch die EU-Kommission | 1 von 10 (dieselbe Seite) |
| erwähnen das Trainingsverbot aus 4.7 | 0 von 10 |
| empfehlen einem Betrieb etwas, das nach 4.7 heute klar ausgeschlossen ist | 0 von 10 |
| empfehlen einen inoffiziellen WhatsApp-Zugang statt der Business-Plattform | 1 von 10 |
| ohne verlässliches Datum oder mit Datum vor der Sperre | 8 von 10 |
Die gute Nachricht zuerst: Keine der zehn rät einem Unternehmen zu etwas, das nach dem Wortlaut von 4.7 für einen deutschen Betrieb heute eindeutig ausgeschlossen wäre. Die Anleitungen zur Business-Plattform beschreiben durchweg Bots für Kundenservice, Beratung und Terminbuchung, also den Fall, den 4.7 nach dem Wortlaut nicht trifft. Ein Grenzfall: Eine Seite schlägt vor, ChatGPT über WhatsApp als virtuellen Assistenten für die eigenen Mitarbeiter einzusetzen. Ob Meta das als Angebot mit KI als Hauptfunktion einstuft, ist offen.
Die schlechte: Wer sich nur auf diese Anleitungen stützt, erfährt fast nichts über die Regeln, die für ihn gelten. Nur eine Seite erklärt Sperre und Wiederöffnung, und sie ordnet das Vorgehen der Kommission dem Digital Markets Act zu; die Kommission selbst stützt den Beschluss auf Art. 102 AEUV. Keine der zehn erwähnt, dass WhatsApp-Daten nicht zum Training fremder KI-Modelle verwendet werden dürfen, obwohl mehrere empfehlen, den Bot laufend zu „trainieren“. Gemeint ist dort meist das Pflegen von Wissensbasis und Anweisungen, was 4.7 nicht berührt. Wo ein Anbieter tatsächlich mit Ihren Chats Modelle verbessert, sollten Sie es im Vertrag nachlesen. Eine Seite empfiehlt für kleine Teams einen inoffiziellen Zugang über eine WhatsApp-Web-Bibliothek und nennt das selbst eine Grauzone. 4.7 gilt dafür nicht, weil 4.7 nur die Business-Plattform regelt; welche anderen WhatsApp-Bedingungen berührt sind, haben wir nicht geprüft.
Zwei der zehn Seiten empfehlen Privatleuten den ChatGPT-Kontakt in WhatsApp, ohne die Sperre zu erwähnen. Heute geht es laut OpenAI im EWR wieder. Beide Seiten stammen aus dem Juni 2025, eine trägt trotzdem „2026“ im Titel.
Ehrliche Grenzen
Zehn Seiten sind eine Stichprobe, keine Marktstudie. Suchergebnisse hängen von Ort, Zeitpunkt und Suchmaschine ab; wir haben eine Websuche ohne Anmeldung genutzt, Ihre Trefferliste kann anders aussehen. Die Einstufung „heute klar ausgeschlossen“ ist unsere Lesart des Wortlauts, keine Auskunft von Meta. Ältere Fassungen der Business Solution Terms konnten wir nicht abrufen, weil Metas Archivseite ohne Anmeldung nicht lädt. Wann der Ländervorbehalt in 4.7 hineinkam, wissen wir deshalb nicht. Die Auskunft der BfDI zum Abschalten stammt vom April 2025. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; für Ihren Einzelfall fragen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Anwältin.
Fünf Regeln für WhatsApp und KI im Betrieb
- Schreiben Sie auf, ob Meta AI dienstlich genutzt werden darf und wofür. Ein „Nein, außer für Texte ohne Personenbezug“ ist eine brauchbare Regel.
- Keine Kunden-, Bewerber- oder Mitarbeiterdaten an Meta AI, auch nicht weitergeleitet oder als Screenshot.
- Schalten Sie in dienstlichen Gruppen „Erweiterter Chat-Datenschutz“ ein.
- Wenn Sie einen Bot auf der Business-Plattform planen: Beschränken Sie ihn auf Ihr Angebot und lassen Sie sich vom Dienstleister schriftlich bestätigen, dass Ihre WhatsApp-Daten nicht in fremde Modelle fließen.
- Rechnen Sie damit, dass sich die Lage wieder ändert. Die Öffnung für allgemeine KI-Assistenten gilt nur bis zum Ende des Kartellverfahrens.
Welche Regeln für ChatGPT selbst gelten, steht in unserem Beitrag Ist ChatGPT DSGVO-konform?, wie Sie Ihr Team schulen, unter Mitarbeiter-Schulung KI. Was der Digital Omnibus sonst geändert hat, fasst dieser Beitrag zusammen. Wenn Sie wissen wollen, welche KI in Ihrem Betrieb tatsächlich schon läuft, schauen wir im KI-Audit nach.
Quellen
Alle abgerufen am 26.09.2026.
- WhatsApp Business Solution Terms, Abschnitt 4.7 „AI Providers“, Last Modified September 23, 2026: whatsapp.com/legal/business-solution-terms
- Meta for Developers, „New pricing policy for AI Providers leveraging the WhatsApp Business Platform“, Stand 1. September 2026: developers.facebook.com
- Europäische Kommission, Pressemitteilung IP/26/1276, einstweilige Maßnahmen gegen Meta (Sache AT.41034), Juni 2026: ec.europa.eu
- OpenAI Help Center, „1-800-ChatGPT“: help.openai.com
- WhatsApp-Hilfe: About Meta AI, About using AI experiences available through WhatsApp, About information used by Meta AI, How to delete chats with Meta AI, About advanced chat privacy, About using Meta Business Agent to chat with customers
- BfDI, „Häufige Fragen zu Meta AI“, Stand April 2025: bfdi.bund.de
- HmbBfDI, „Meta beginnt KI-Training mit persönlichen Daten“, Update 27.05.2025: datenschutz-hamburg.de
- HmbBfDI, „Checkliste zum Einsatz LLM-basierter Chatbots“, 13.11.2023: PDF
- § 106 Gewerbeordnung: gesetze-im-internet.de
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus on AI), Art. 4 KI-VO neu: EUR-Lex; Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 3 Nr. 4: EUR-Lex
Stand: 26. September 2026. Stichprobe am 26.09.2026 über eine Websuche ohne Anmeldung; die Liste der geprüften Seiten liegt uns vor, wir nennen sie bewusst nicht.
Häufige Fragen
- Dürfen Mitarbeiter Meta AI in WhatsApp dienstlich nutzen?
- Das entscheidet der Arbeitgeber. Er kann über sein Weisungsrecht (§ 106 GewO) festlegen, ob und wofür KI-Werkzeuge im Dienst genutzt werden. Kundendaten gehören nach der Checkliste des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten nicht in einen Chatbot, dessen Anbieter sich die Nutzung der Eingaben für eigene Zwecke vorbehält. Meta schreibt in den WhatsApp-Hilfeseiten, dass es Eingaben an Meta AI zur Verbesserung seiner KI verwenden kann.
- Kann man Meta AI in WhatsApp abschalten?
- Einen Schalter, der Meta AI vollständig abschaltet, beschreibt keiner der WhatsApp-Hilfeartikel, die wir gelesen haben. Die Bundesdatenschutzbeauftragte schrieb im April 2025, eine vollständige Deaktivierung sei derzeit nicht möglich. Für einzelne Chats und Gruppen gibt es die Einstellung „Erweiterter Chat-Datenschutz“: Ist sie an, kann in diesem Chat niemand Meta AI Fragen stellen.
- Nutzt Meta meine Fragen an Meta AI für das Training?
- Laut WhatsApp-Hilfe kann Meta Eingaben, geteilte Nachrichten und Rückmeldungen verwenden, um seine KI zu verbessern. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte schreibt, dass Interaktionen mit den Chatbots laut Meta zum KI-Training verwendet werden und ein Widerspruch dagegen nicht vorgesehen ist. Normale Chats zwischen Menschen bleiben laut Meta Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werden von Meta AI nicht gelesen.
- Darf ein Unternehmen einen KI-Chatbot in WhatsApp Business betreiben?
- Abschnitt 4.7 der WhatsApp Business Solution Terms richtet sich gegen KI-Anbieter, deren KI die Hauptfunktion des Angebots ist. Ein Bot, der Kundenfragen zu Ihren eigenen Produkten beantwortet, fällt nach dem Wortlaut nicht darunter; die Einstufung behält sich Meta aber ausdrücklich vor. Zusätzlich verbietet 4.7, WhatsApp-Daten zum Training fremder KI-Modelle zu nutzen, wenn ein KI-Anbieter Ihr Dienstleister ist.
- Ist ChatGPT in WhatsApp wieder verfügbar?
- Im Europäischen Wirtschaftsraum ja. OpenAI schreibt in seinem Hilfe-Center, ChatGPT sei in WhatsApp im EWR wieder verfügbar. Hintergrund ist ein Beschluss der EU-Kommission vom Juni 2026, der Meta verpflichtet, konkurrierenden KI-Assistenten den Zugang kostenlos zu den Bedingungen von vor dem 15. Oktober 2025 wieder zu gewähren, bis das Kartellverfahren abgeschlossen ist.